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Frisch an die Arbeit

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Frisch an die Arbeit
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  • Frisch an die Arbeit

    Leena Zimmermann: »Man trifft immer eine Aussage mit der Kleidung, die man trägt«

    20/10/2026 | 45 min
    »Es ist immer eine Freude, wenn man jemanden sieht, der sich mit seiner
    Kleidung Mühe gegeben hat«, sagt Leena Zimmermann im Podcast »Frisch an
    die Arbeit«. Als Stylistin kleidet sie Schauspielerinnen für Premieren,
    Politiker für Staatsbesuche und Führungskräfte für Konferenzen oder
    Talkshows ein.  

    Zimmermann hat eine Schneiderlehre in Berlin absolviert. Nach ihrer
    Ausbildung bekam sie einen Job beim Musiksender MTV und durfte dort die
    Outfits für die Moderatorinnen und Moderatoren auswählen. Irgendwann
    sprach die Schauspielerin Nora Tschirner sie an und fragte, ob sie ihr
    beim Styling für eine Premiere helfen könne. Durch Tschirner bekam
    Zimmermann den Kontakt zu Schauspielerin Hannah Herzsprung, die sie bis
    heute berät. 

    Meistens wenden sich Frauen an sie, oft fehlt ihnen die Zeit und auch
    das Gefühl für das richtige Outfit: »Einmal bin ich mit einer jungen
    Schauspielerin shoppen gegangen. Sie hat sich einfach eine externe
    Person gewünscht, die mit ihr einkaufen geht«, sagt Zimmermann. 

    Mit ihrer Freundin Nicole Hogerzeil gründete Zimmermann die Firma
    Tarobe, mit der die beiden vor allem Frauen in Führungsrollen beraten.
    Oft bräuchten diese Hilfe für ein bestimmtes Event, eine
    Podiumsdiskussion oder eine wichtige Ansprache vor ihrem Team: »Kürzlich
    kam beispielsweise eine bekannte Managerin zu mir und wollte ein Outfit
    mit breiten Schultern für einen Auftritt unter vielen Männern.« 

    Ihren Kundinnen rät Zimmermann, auch mal mutig zu sein, wenn sie gesehen
    werden wollen. Aber in Situationen, in denen ihre Aussagen zählen, in
    einer Talkshow beispielsweise, sollten sie sich vor allem wohlfühlen.
    »Man trifft immer eine Aussage mit der Kleidung, die man trägt. Vor
    allem wird man als Frau sehr stark bewertet. Trägst du jetzt einen Rock?
    Bist du sportlich angezogen? Ist es vielleicht ein bisschen zu sexy?« 

    Gerade im Job sei es schwierig, die passende Kleidung zu finden, in der
    man sich sicher fühlt. Das koste oft Zeit. »Man sollte nicht mehr
    darüber nachdenken, was man trägt, sondern nur noch darüber, was man
    sagt.« 

    Im Podcast erzählt Zimmermann, wo sie sich inspirieren lässt, welche
    Informationen sie von ihren Kundinnen benötigt und warum gerade in
    Berlin das Styling oft unterschätzt wird. 

    »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
    moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
    Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. 

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  • Frisch an die Arbeit

    Semen Shuster: »Es ist schwieriger geworden, die Leute zum Lachen zu bringen«

    06/10/2026 | 34 min
    »Manchmal ist es einfach Magie. Du kommst in die Manege und vergisst,
    dass du müde bist«, sagt Clown Semen Shuster im Podcast »Frisch an die
    Arbeit«. »Du gibst Energie und du bekommst sie vom Publikum zurück.«

    Shuster wurde 1972 in Ismail im Oblast Odessa im Süden der heutigen
    Ukraine geboren. Er studierte an der Artistenschule in Kyjiw und machte
    dort 1992 seinen Abschluss. Im Jahr 2000 zog er mit seiner Familie nach
    Deutschland, arbeitete zunächst in Leipzig und später sieben Jahre am
    Pariser Lido.

    2005 gewann er beim Festival Mondial du Cirque de Demain eine
    Bronzemedaille, 2009 beim Internationalen Zirkusfestival von Monte-Carlo
    einen Bronzenen Clown. Heute tritt er in Varietés, beim
    Weltweihnachtszirkus in Stuttgart und im Circus Roncalli auf.

    Dass seine Figur, Housch-ma-Housch, fast ohne verständliche Wörter
    auskommt, war kein Karriereplan. In der Zirkusschule lernte Shuster
    zunächst Jonglage, Handstand und Akrobatik. Seine Figur und die
    Fantasiesprache entwickelte er, als er in den Neunzigerjahren auftrat.
    »Es war nicht so, dass ich dachte: Ich bin so clever, erfinde eine
    Cartoon-Sprache und dann gehe ich nach Monte-Carlo«, sagt Shuster.

    Die Zeiten für Clowns, sagt Shuster, seien komplexer geworden. Menschen
    seien durch soziale Medien gewohnt, nach wenigen Sekunden
    weiterzuwischen, wenn sie etwas nicht sofort begeistere. Auch im Zirkus
    beobachte er gelegentlich, wie jemand zum Telefon greift. »Heute ist es
    schwieriger geworden, die Leute zum Lachen zu bringen«, sagt Shuster.

    Gerade deshalb sieht er die Aufgabe des Zirkus darin, eine Gegenwelt zu
    schaffen. Kinder und Eltern mit einer Szene gleichzeitig zum Lachen zu
    bringen, sei für ihn ein »Bingo«.

    Bis ein solcher Moment funktioniert, kann jahrelange Arbeit nötig sein.
    Shuster schreibt Ideen auf, lässt Requisiten bauen und Animationen
    erstellen. Neue Nummern filmt er, um sie auszuwerten. Vor allem probiert
    er sie vor Publikum aus. »Du brauchst manchmal Jahre – und niemand
    lacht«, sagt Shuster.

    Im Podcast erzählt Shuster außerdem, warum er das deutsche
    Zirkuspublikum für eines der besten hält und warum die Rolle als Clown
    herausfordernder sein kann als die eines Schauspielers.

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  • Frisch an die Arbeit

    Wie unterscheidet man zwischen Kunst und Trödel, Wolfgang Pauritsch?

    22/09/2026 | 34 min
    »Ein einziges Leben reicht nicht aus, um den Wert aller Gegenstände zu
    kennen« sagt Wolfgang Pauritsch im Podcast Frisch an die Arbeit. Er
    lerne immer noch jeden Tag dazu.

    Seit mehr als 30 Jahren ist Pauritsch Auktionator und Händler für Kunst
    und Antikes. »Ich musste mir meinen Erfolg hart erkämpfen«, sagt er. Der
    54-Jährige wurde in Österreich geboren und wuchs bei den Großeltern in
    einfachen Verhältnissen auf. Nach der Schule schloss er eine Lehre zum
    Rohrschlosser ab.

    Der Wendepunkt kam, als er auf einer Auktion in München jobbte und für
    eine erkrankte Auktionatorin einspringen musste. »Danach hat mir der
    Chef einen Vertrag angeboten«, sagt Pauritsch. Er brachte sich die
    Grundlagen selbst bei, besuchte Museen und Sammler und
    absolvierte verschiedene Weiterbildungen. »Ich habe das Wissen
    aufgesaugt wie ein Schwamm.«

    Heute leitet Pauritsch zusammen mit einer Geschäftspartnerin einen Laden
    für Auktionen und Antikhandel in Oberstaufen. Zusätzlich ist er
    Fernsehhändler in der ZDF-Trödel-Sendung »Bares für Rares«, wo er im
    Jahr 50 Drehtage hat. »Die Arbeit dort ist für mich wie Urlaub und macht
    viel Spaß. Jeden Tag im Laden zu stehen, ist viel anstrengender«, sagt
    Pauritsch.

    Pauritsch handelt hauptsächlich mit Kunstwerken und Juwelen, die seien
    eine stabile Geldanlage für gut betuchte Kunden, erzählt er. Der
    Mittelschicht säße in Krisenzeiten das Geld hingegen nicht mehr so
    locker. »Zwischen 50 und 500 Euro verkaufen wir inzwischen kaum noch
    Ware«.

    Einen herben Rückschlag erlebte der Händler Mitte der Neunzigerjahre,
    als in seinen Laden eingebrochen wurde. »Der Schaden betrug mehr als
    150.000 Euro und die Leute, deren Besitz ich verkaufen sollte, standen
    plötzlich alle auf der Matte«. Doch Pauritsch konnte seine Schulden am
    Ende abbezahlen.

    Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt Pauritsch, für wieviel Geld er
    sein teuerstes Stück versteigert hat, ob er sich schonmal kräftig im
    Preis geirrt hat und ob er privat immer noch auf Flohmärkte geht.

     

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  • Frisch an die Arbeit

    Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Kies, Uwe Kersten?

    11/09/2026 | 35 min
    »Seit 100.000 Jahren ist auf diesen Kies kein Lichtstrahl gefallen – und
    jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe
    Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an
    die Arbeit«.

    Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der
    Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in
    Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte
    der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in
    dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz
    klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.«

    Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient
    Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet
    wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag
    anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist
    eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten. 

    Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus
    dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch
    Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert.
    Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines
    Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und
    teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den
    Straßen-, Garten- und Hausbau.

    Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab,
    andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne
    ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den
    Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht
    erklären konnte.

    Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der
    Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig
    zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden
    schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte
    dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien.

    Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine
    ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht
    unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich
    selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000
    Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?«

    Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den
    vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz
    Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem
    Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt.

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  • Frisch an die Arbeit

    Die Deutschen arbeiten genug – oder?

    25/08/2026 | 42 min
    Verstehen wir uns noch? Teilen wir dieselben Ansichten? Die ZEIT bringt
    mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen
    – in diesem Jahr am 30. August.

    Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine
    davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass
    diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah
    Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die
    Arbeit.

    Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele
    in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch
    Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt
    auch die Diskussion in diesem Podcast.

    Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden
    geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden
    Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen.

    »An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und
    müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit
    bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig,
    weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den
    Staat und das Sozialsystem.

    Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja
    Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden,
    sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die
    Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland.

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Acerca de Frisch an die Arbeit
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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