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- Es waren erschreckende Bilder, die uns in den letzten Wochen aus Frankreich erreichten: Zerstörte und ausgeraubte Boutiquen. Straßenschlachten zwischen Vermummten und der Polizei. Brennende Straßenblockaden – und sogar ein brennendes historisches Rathaus. Richard David Precht schaut zunächst „mit einer gewissen Sympathie“ auf die Proteste. Emmanuel Macron sei mal angetreten, um das „zerrissene, polarisierte Land zu einen“ und die „massiven sozialen Probleme des Landes zu lösen“. Stattdessen hätten wir „auch in den Jahren unter Macron eine fortgesetzte Refeudalisierung der Gesellschaft erlebt“. Markus Lanz steht den Geschehnissen in Frankreich kritischer gegenüber: „Man kann doch nicht sagen, dass die Menschen ein ernsthaftes Anliegen haben, wenn sie auf diese Art und Weise einfach mit roher Gewalt reingehen“. Er findet: „Wenn es eine Gesellschaft nicht mehr schafft, so grundlegende Werte zu vermitteln, wird es irgendwann schwierig“. Warum protestieren diese Menschen? Hatte Samuel Huntington Recht, als er in den 90er-Jahren einen Clash der Kulturen prophezeite? Welche Chancen bräuchte es für die jungen Menschen in den berüchtigten französischen Vorstädten, den Banlieues? Wie müssten sich die Schulen verändern?
- Laut Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland etwa 49 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen im Laufe ihres Lebens an Krebs – das bedeutet, fast jeder zweite Bundesbürger. Erschreckende Zahlen, aber gleichzeitig gibt es auch Grund zur Hoffnung: „Wir haben im Moment in der Krebsforschung das erste Mal einen Punkt, wo wir wissen, was wir zu tun haben“, sagt die Krebsforscherin Hanna Heikenwälder. Doch was genau passiert in Forschung und Medizin? Welche Fortschritte sind das und wem können sie helfen? Ist es wirklich das „Ende einer Angst“ wie Heikenwälder in ihrem Buch schreibt? Darüber sprechen Markus Lanz und Richard David Precht mit der Molekularbiologin Hanna Heikenwälder. „Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hat man es geschafft, die Überlebenszeit zu verdoppeln“ sagt Hanna Heikenwälder. Wie konnte das gelingen? Und warum ist frühzeitige Prävention nach wie vor so wahnsinnig wichtig?
- „Ich frage mich, was vom Verstehen übrig bleibt, wenn einem sofort die passende Antwort zur Verfügung steht“, sagt Richard David Precht. Er erinnert an die Generation seines Vaters, für die Denken noch eine andere Bedeutung hatte. Es ging nicht nur darum, Antworten zu finden, sondern die Dinge wirklich zu durchdringen und zu verstehen. Doch welche Bedeutung hat das eigene Denken noch in einer Welt, in der künstliche Intelligenz auf nahezu jede Frage eine Antwort liefert? „Wir tragen die ganze Welt als Smartphone in unserer Hosentasche. Es findet eine Verschiebung statt. Es geht nicht mehr darum, Informationen selbst zu behalten, sondern nur noch um die Frage: Wie kommst du an Informationen ran?“, sagt Markus Lanz. Aber was bedeutet diese Entwicklung für unsere Fähigkeit, selbstständig zu denken? Was bleibt von der menschlichen Kreativität, wenn wir das Denken zunehmend an Maschinen auslagern? Und ist Prechts Sorge vor einer schleichenden Zerstörung unserer Kultur tatsächlich berechtigt?
- Was ist berechtigte Kritik an der israelischen Regierung? Wann beginnt Antisemitismus? Um diesen Fragen dreht sich gerade die öffentliche Debatte. Nach dem Sieg der Partei „Die Linke“ bei der Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin steht nämlich der Vorwurf im Raum, „Die Linke“ sei antisemitisch. Was ist dran an den Vorwürfen? Markus Lanz findet, antisemitische Äußerungen von Menschen der Partei-Basis gebe es einige. Aber: „Von den führenden Köpfen höre ich eigentlich immer nur die klare Versicherung: Wir sind nicht antisemitisch, wir dulden keinen Antisemitismus!“ Es dürfe auf keinen Fall der Verdacht entstehen, dass das Hauptmotiv der Antisemitismus-Vorwürfe darin liegt, dass die CDU die Macht in Berlin nicht hergeben will, sagt Richard David Precht. „Man kann einen so ungeheuerlichen, schweren Vorwurf wie Antisemitismus nicht dauerhaft politisch instrumentalisieren, ohne in zu entleeren“. Es bestehe sonst die Gefahr, dass der Antisemitismus so lange als politischer Kampfbegriff benutzt wird, bis er nicht mehr ernst genommen wird. Gleichzeitig nehmen antisemitische Vorfälle in Deutschland und weltweit zu. Wie kann man jüdisches Leben in Deutschland schützen?
- Elon Musk, Bill Gates, Sam Altman, Dario Amodei, sogar der Papst – alle warnen vor der Künstlichen Intelligenz. KI könnte „zu einem Risiko für die gesamte Menschheit werden“, sagte Dario Amodei, CEO von Anthropic, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Könnten sich KI-Agenten selbstständig machen, wie im Fall des Hacks der Plattform „Hugging Face“? Wie realistisch ist eine KI-Apokalypse? Ist die Angst berechtigt oder wollen Amodei, Altman und Co. bewusst Angst machen, um für ihre Produkte zu werben? Markus Lanz meint: „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Angst offensichtlich auch ein Marketing-Instrument ist. All diese Firmen sind hochdefizitär. Die verdienen kein Geld. OpenAI möchte aber demnächst an die Börse.“ Geht es vielleicht darum, einen Hype zu entfachen und so den Aktienkurs nach oben zu treiben? Richard David Precht ergänzt, dass die führenden KI-Firmen einen enormen Vorteil davon hätten „jetzt auch noch als Regulatoren aufzutreten“ und die „verbindlichen Spielregeln für die anderen festzulegen“. In jedem Fall scheint der Mensch sehr anfällig für apokalyptische Geschichten zu sein. Wie sollte die Menschheit sich verhalten, damit der Weltuntergang ausbleibt?
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Acerca de Lanz + Precht
In dem ZDF-Podcast sprechen Markus Lanz (Journalist, Talkshow-Moderator) und Richard David Precht (Philosoph, Schriftsteller) über die gesellschaftlich und politisch relevanten Themen unserer Zeit. Informativ, inspirierend, kontrovers: „Lanz + Precht“ ist der wöchentliche Gedankenaustausch zweier Menschen, die sich persönlich zugetan, aber nicht immer einer Meinung sind. Immer freitags, überall wo es Podcasts gibt.
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Credits: Producer: Lucas Raßbach, Redaktion: Monika Fabricius und Simon Schuling, Postproduktion: Dominik Völkl, Redaktion ZDF: Henning Brekenkamp und Marc Lovric
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