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Streitkräfte und Strategien

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    Putins Nein zu Verhandlungen (mit Wilfried Jilge)

    09/06/2026 | 56 min
    “Macht keinen Sinn” - so knapp und barsch wies Russlands Präsident Putin das Verhandlungsangebot des ukrainischen Präsident Selenskyj zurück, das der zuvor in einem offenen Brief gemacht hatte. Ein Waffenstillstand ist im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine weiterhin nicht in Sicht – auch wenn die Russen weiter unter Druck geraten. In der besetzten Ostukraine und auf der Krim geht ihnen der Sprit aus und ukrainische Drohnenangriffe drohen die Landverbindungen der Krim und damit deren Versorgung zu unterbrechen.
    Host Kai Küstner spricht darüber mit Wilfried Jilge von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. “Ich gehe davon aus, dass Putin zunächst weiter eskaliert”, sagt der Ukraine- und Osteuropa-Experte im Interview. Putin werde erst ernsthaft verhandeln, wenn er keinen Zentimeter mehr vorankomme. Womit aus Sicht Jilges auch klar ist, dass die Europäer die Ukraine stärker unterstützen und eigene Lücken schließen müssen.

    Eine schlechte Nachricht für den Westen Europas kommt aus Berlin und Paris: Das gemeinsame Rüstungsprojekt FCAS ist Geschichte – und damit die Entwicklung eines neuen Kampfjets. Dieses Scheitern analysiert Streitkräfte- und Strategien-”Neuzugang" Peter Hornung. Der bisherige ARD-Südasien-Korrespondent kennt sich mit Krisen (Afghanistan, Indien, Pakistan) sowie Osteuropa bestens aus. Für Peter ist das FCAS-Scheitern ein Aus mit Ansage: Die beteiligten Firmen Dassault und Airbus stritten sich schon lange über Zuständigkeiten, und auch von den Regierungen angestoßene Vermittlungsversuche blieben erfolglos. Was ein Symbol für enge Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie sein sollte, ist jetzt ein Symbol der Uneinigkeit der Europäer. Zwar wird versucht, Teile des Projektes zu retten. Den europäischen Kampfjet aber wird es nun nicht geben und so werden die Europäer wohl wieder bei den Amerikanern kaufen müssen.

    Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de

    Interview mit Wilfried Jilge:
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3289432.html

    Putins Ablehnung des Selenskij-Briefs:
    https://edition.cnn.com/2026/06/04/europe/zelensky-putin-meeting-intl-latam

    Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”:
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

    Link zu Stabile Zeitenlage
    https://1.ard.de/StabileZeitenlage_Weltall?p=awmr
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    Brief an Putin (mit Julian Röpcke)

    05/06/2026 | 50 min
    Während Russlands Machthaber Putin internationale Gäste zu einem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg empfängt, greift die Ukraine in Putins Heimatstadt ein Öldepot und militärische Einrichtungen an. Solche Angriffe zu diesem Anlass hat Julian Röpcke nicht erwartet. Der Journalist der Bild-Zeitung spricht mit Host Anna Engelke über die russische Flugabwehr und über die militärische Lage an der Front. Julian Röpcke war selbst häufig vor Ort und berichtet eindringlich, was er zum Beispiel in der Stadt Cherson erlebt hat. Die Menschen versuchen, mit dem Pflanzen von Bäumen russische Drohnen abzuhalten, wegen der häufigen Explosionen tragen Kinder Ohrschützer.
    Im Interview geht es auch um die systematischen Angriffe auf Zivilisten und z.B. die Energieinfrastruktur, mit denen Russland die Menschen mürbe machen will. Die Ukraine habe "eine unfassbare Resilienz gezeigt in den letzten Monaten", sagt Röpcke. Der Journalist rechnet nicht damit, dass Putin auf ein Angebot des ukrainischen Präsidenten eingeht. Der hatte in einem offenen Brief ein direktes Treffen vorgeschlagen, um den Krieg zu beenden. Kai Küstner erklärt, was Selenskyj mit dem Schreiben bezweckt. Unter anderem gehe es darum, Putin unter Zugzwang zu setzen sowie den USA und Donald Trump klarzumachen, dass der ukrainische Präsident den Frieden wirklich will. Außerdem schätzt Kai ein, wie (un)realistisch baldige Verhandlungen sind.
    Nicht nur in der Ukraine ist kein Ende des Krieges in Sicht, sondern auch im Nahen Osten. Die pro-iranische Terrormiliz Hisbollah ist nicht bereit, einer Waffenruhe mit Israel zuzustimmen. Daher ist es weiterhin fraglich, ob es zu einer Vereinbarung zwischen den USA und Iran kommt.

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    Interview mit Julian Röpcke
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3282470.html

    Offener Brief von Selenskij an Putin
    https://www.president.gov.ua/en/news/vidkritij-list-prezidentu-rosijskoyi-federaciyi-vid-preziden-104769

    Podcast-Tipp: Synapsen "Long Covid und ME/CFS bei Kinder"
    https://1.ard.de/Synapsen_LongCovid-Kinder

    Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
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    Trumps Zwist mit Netanjahu (mit Cathryn Clüver Ashbrook)

    02/06/2026 | 44 min
    Israel geht gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Südlibanon vor. Regierungschef Netanjahu wollte die Offensive verstärken, offenbar auch die Hauptstadt Beirut angreifen. Das missfällt US-Präsident Trump, der Netanjahu in einem Telefonat beschimpft haben soll und mahnt, sich militärisch zurückzuhalten - schon damit der Iran nicht aus den Friedensverhandlungen aussteigt. "Es knirscht in dieser Männerfreundschaft", sagt Cathryn Clüver Ashbrook. Die Politikwissenschaftlerin und Buchautorin spricht im Schwerpunkt dieser Ausgabe mit Host Stefan Niemann über den Krieg im Iran und die US-amerikanische Außenpolitik. Ashbrook erläutert, unter welchem Druck Trump auch innenpolitisch steht und was der Krieg im Iran für die militärischen Lagerbestände der USA und für Waffenlieferungen an Verbündete bedeutet. Die Expertin für die transatlantischen Beziehungen analysiert den Umgang Donald Trumps mit der NATO und sie beschreibt, wie die amerikanische Bevölkerung auf die Ukraine blickt.

    Dort setzt Russland seine massiven Luftangriffe fort. Kai Küstner erklärt, dass die russische Armee offenbar eine sonst sehr sparsame verwendete Lenkwaffe eingesetzt hat, die Hyperschallrakete Zirkon. Es sei davon auszugehen, dass das russische Militär die Luftschläge noch ausweite, weil es an den Frontlinien wenig Bewegung gibt. Kai berichtet über eine engere militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Norwegen, die sich auch auf Atomwaffen erstrecken soll. Allerdings werden weder Norwegen noch andere europäische Staaten, die mit Frankreich reden (u.a. Deutschland) in absehbarer Zeit unter einen "französischen nuklearen Schutzschirm" schlüpfen können. Warum die Franzosen weit davon entfernt sind, die USA als nukleare Schutzmacht abzulösen, erläutert Kai genauer. Außerdem geht es in dieser Folge um das Gesetz zum neuen Wehrdienst. Die Diskussion darüber, ob sich junge Männer "abmelden" bzw. eine Genehmigung einholen müssen, wenn sie Deutschland für mehr als 3 Monate verlassen wollen, ist neu entbrannt.

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    Interview mit Cathryn Clüver Ashbrook
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3275532.html

    Buch "Der amerikanische Weckruf" von Cathryn Clüver Ashbrook
    https://www.brandstaetterverlag.com/buch/der-amerikanische-weckruf/

    Wie leer sind die US-Waffenarsenale?
    https://www.csis.org/analysis/rebuilding-us-missile-inventory-multiyear-project

    Warum nukleare Abschreckung ohne die USA so schwierig ist
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:44a90ee7012aa6de/

    Abmeldepflicht im neuen Wehrdienstgesetz sorgt weiter für Ärger
    https://www.tagesschau.de/inland/wehrpflicht-abmeldepflicht-gutachten-100.html

    Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

    Podcast 11KM: Epstein-Akten - Die "Model-Masche" in Europa
    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:f509096cf59d0ed0/
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    Wie Russland uns angreifen könnte (mit Franz-Stefan Gady)

    29/05/2026 | 1 h 3 min
    Was passiert, wenn Russland die NATO angreifen würde und damit auch Deutschland? Und wie wahrscheinlich ist das überhaupt? Darüber spricht Host Kai Küstner mit dem Militäranalysten Franz-Stefan Gady. Der Österreicher hat ein Szenario entwickelt, das in den Jahren 2028 und 2029 spielt. Am Anfang steht eine lange Phase der hybriden Kriegsführung, also Sabotageaktionen, Desinformationskampagnen, Anschläge. Darauf folgt ein konventioneller Angriff Russlands auf Litauen. Schon bald könnte dann Deutschland, die Logistikdrehscheibe der NATO, im Visier der russischen Armee sein. Vorbereitet, so Gady, sei unser Land darauf nicht. Was die aktuelle Lage in der Ukraine angeht, so glaubt der Politikberater eher nicht an einen Waffenstillstand im Jahr 2026.

    Stefan Niemann berichtet vom Stand der Verhandlungen im Iran-Krieg. Im Gespräch ist eine Einigung darauf, die Waffenruhe um 60 Tage zu verlängern. Der Iran solle die Straße von Hormus wieder öffnen, aber vorher alle gelegten Seeminen beseitigen. Im Gegenzug gäben die USA ihre Blockade der iranischen Häfen auf. Außerdem erkläre der Iran, nicht nach einer Atombombe zu streben. Während der verlängerten Feuerpause würden beide Kriegsparteien in Nuklearverhandlungen einsteigen, heißt es. US-Präsident Trump habe sich nun einige Tage Zeit erbeten, um über eine Annahme der Absichtserklärung nachzudenken. Aus Teheran gibt es noch keine Reaktion.

    Der ukrainische Präsident fordert in den USA und Europa mehr Unterstützung für die Luftverteidigung seines Landes. Schweden wird neue Gripen-Kampfflugzeuge verkaufen und ältere Modelle spenden. Bei russischen Drohnenangriffe auf die Ukraine ist auch ein rumänisches Wohnhaus im Grenzgebiet getroffen worden, es gab Verletzte. Bukarest wirft Russland eine Eskalation des Krieges vor und hat die NATO informiert.

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    Interview mit Militäranalyst Franz-Stefan Gady
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3270222.html

    Buchtipp: “Überfall - Wenn der Krieg zu uns kommt” von Franz-Stefan Gady
    https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/ueberfall/

    Der “vergessene” Krieg in Gaza?
    https://www.tagesschau.de/ausland/asien/lebensmittel-preise-gaza-100.html

    Podcast-Tipp: “Nah dran” über die Grundausbildung bei der Bundeswehr
    https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:dd79145ab6f346da/

    Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html
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    Russlands Großangriff - Verzweiflung oder Verrohung? (mit Julia Weigelt)

    26/05/2026 | 1 h 3 min
    Am Wochenende hat Russland die Ukraine massiv angegriffen, vor allem auch die Hauptstadt Kiew. Ukraine-Korrespondent Florian Kellermann schildert im Gespräch mit Stefan Niemann, wie er den nächtlichen Großangriff erlebt hat. Er beschreibt, wie das massive Bombardement sein persönliches Sicherheitsgefühl verändert hat und wie die Menschen in Kiew der Bedrohung durch Russlands Militär trotzen. Dass die Zivilbevölkerung sich dem Terror aus der Luft beuge, sei kaum zu erwarten.
    Im Gespräch mit Stefan analysiert Kai Küstner die von Putin als Wunderwaffe gepriesene Oreschnik-Rakete, die nun zum dritten Mal in der Ukraine einschlug. Laut Putin fliegt sie mit 10facher Schallgeschwindigkeit und ist nicht abfangbar. Warum es daran Zweifel gibt, warum sich russische Militärblogger über die geringe Zerstörungskraft lustig machen und warum Europa und die NATO sich zwar gegen diese ballistische Rakete wappnen, sich aber nicht einschüchtern lassen sollten, vertieft Kai in dieser Ausgabe. Er schaut auch auf den Widerspruch zwischen neuen US-Angriffen im Iran und einer vermeintlich kurz bevorstehenden Einigung bei den Verhandlungen beider Seiten. Kai erklärt, dass es zunächst mal um ein Rahmenabkommen als Basis für weitere Gespräche geht. Eine Einigung ist auch deshalb so kompliziert, weil der Iran Sanktionserleichterungen will. US-Präsident Trump wird vermeiden wollen, dass ein möglicher "Deal" allzu sehr dem Atomabkommen von 2015 gleicht, das er in seiner ersten Amtszeit gekündigt hatte.

    Im Schwerpunkt dieser Ausgabe beleuchtet Stefan Niemann mit Julia Weigelt die sogenannte regelbasierte internationale Ordnung. Julia erklärt, dass diese auf dem Völkerrecht basiert, aber von verschiedenen Nationen unterschiedlich ausgelegt wird. Der Umgang mit dieser Ordnung habe sich in den vergangenen Jahren verändert. So hätten die USA zum Beispiel mit Blick auf den Krieg gegen Iran gar nicht versucht, diesen völkerrechtlich zu legitimieren. Julia beschreibt auch, welche Kritik Länder des globalen Südens am Konzept der regelbasierten Ordnung haben, wie China versucht, ein alternatives internationales Ordnungsmodell zu etablieren und welchen Weg es gibt, das bestehende System zu verbessern.

    Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de

    Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien"
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

    Wunderwaffe "Oreschnik"?
    https://www.kyivpost.com/post/76801

    Deutsche Außenpolitik und das Leitbild der "regelbasierten internationalen Ordnung" - Herausforderungen durch China, Russland und die USA (SWP)
    https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2026S05_Regelbasierte_internationale_Ordnung.pdf

    2030-Agenda der Vereinten Nationen mit 17 Nachhaltigkeitszielen
    https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsziele-sdgs
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Acerca de Streitkräfte und Strategien
Euer Podcast zum Krieg in der Ukraine – auch mit dem Blick auf andere Krisen und Kriege in der Welt. Jeden Dienstag und Freitag ab 16.30 Uhr. Die langjährigen ARD-Korrespondent:innen Anna Engelke, Stefan Niemann, Kai Küstner und Astrid Corall sprechen mit sicherheitspolitischen Expert:innen über die neue Weltordnung und Europas Antwort auf die Machtinteressen der USA, Russlands und Chinas. Fragen und Anregungen zum sicherheitspolitischen Podcast: streitkraefte[at]ndr.de Weitere Interviews und Hintergründe: https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/index.html
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