Mit Tobias Daniels:
a.e.i.o.u. war sein rätselhaftes Markenzeichen. Kaiser Friedrich III. von Habsburg ließ die Buchstabenkombination überall anbringen. Schon seine Zeitgenossen rätselten warum. Bis heute weiß keiner, was sie genau bedeuten. Auch der Charakter des Kaisers bleibt rätselhaft. Jahrhundertelang schimpften ihn die Historiker die "Erzschlafmütze" des Heiligen Römischen Reiches, weil er sich selten blicken ließ. Tobias Daniels hält ihn dagegen für den Kaiser der Superlative. 53 Jahre lang hat er das römisch-deutsche Reich regiert. Die Rekordamtszeit in der deutschen Geschichte. Und obwohl die Kurfürsten unzufrieden mit ihm waren, wählten sie seinen Sohn Maximilian zu seinem Nachfolger. Damit legte Friedrich den Grundstein für die über 380 Jahre lange Herrschaft der Habsburger.
Über den rätselhaften Kaiser und die Frage, warum gerade unter seiner Herrschaft das Heilige Römische Reich den Namenszusatz "deutscher Nation" bekam, spreche ich mit Tobias Daniels von der Uni Heidelberg.
Seine Reisetipps und viele Bilder findet Ihr auf www.99xgeschichte.de
Das "Personal" dieser Folge:
Friedrich III. (1415-1493) aus dem Haus Habsburg, römisch-deutscher König seit 1440 und römisch-deutscher Kaiser seit 1452, hält mit seinen 53 Regierungsjahren den Rekord auf dem römisch-deutschen Thron.
Eleonore von Portugal (1436-1467) heiratete Friedrich III. 1452 und wurde selbst zur Kaiserin gekrönt. Mutter von Maximilian I.
Maximilian I. (1459-1519) Sohn von Friedrich III., römisch-deutscher König seit 1486 und Kaiser ab 1508. Durch die Heirat mit Maria von Burgund gewann er zusätzlich zu Österreich die Herrschaft über die Niederlande für das Haus Habsburg.
Karl der Kühne (1433-1477), seit 1467 Herzog von Burgund. Einer der reichsten europäischen Herrscher seiner Zeit. Vater von Maria von Burgund. Forderte für die Eheschließung seiner Tochter mit Maximilian I. die Kaiserkrone von Friedrich III. Erfolglos. Karl starb in der Schlacht von Nancy 1477 und hinterließ seine Tochter Maria als Alleinerbin.
Maria von Burgund (1457-1482), seit 1477 Herzogin von Burgund. Heiratete nach dem Tod ihres Vaters Maximilian I. Zusammen bewahrten sie das Herzogtum Burgund vor dem Zugriff des französischen Königs. Fünf Jahre nach der Hochzeit starb Maria an den Folgen eines Reitunfalls.
Sigismund (1368-1437) aus dem Haus Luxemburg war der Vorvorgänger von Friedrich III. als römisch-deutscher König und Kaiser.
Jan Hus (1370-1415) tschechischer Prediger und Universitätsprofessor, der Missstände in der Kirche anprangerte. Er wurde 1415 als Ketzer auf dem Konzil von Konstanz verbrannt. Nach seinem Tod revoltierten seine Anhänger, die Hussiten, in Böhmen. Die Hussitenkriege hielten Osteuropa und König Sigismund zwei Jahrzehnte in Atem.
Matthias Corvinus (1443-1490), König von Ungarn seit 1458. Eroberte 1485 Wiener Neustadt und Wien und vertrieb Friedrich III. zeitweise. In der Hofburg residierte er fünf Jahre bis zu seinem Tod.
Enea Silvio Piccolomini (1405-1464), seit 1458 Papst Pius II. Berühmter Humanist und Dichter, der als Papst die Herrscher Europas erfolglos zu einem Kreuzug zur Befreiung Konstantinopels, Jerusalems und gegen die osmanische Invasion drängte
Amerigo Vespucci (1454-1512), der Italienische Kaufmann und Seefahrer erkundete die Ostküste Amerikas und stellte als erster fest, dass es sich um einen eigenen Kontinent handelt. Deshalb ist der Kontinent nach ihm benannt.
Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner Plattform "Deutschstunde" an.
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