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  • Was liest du gerade?

    Was Matthias Brandt heute von seinen Eltern lernt

    16/05/2026 | 52 min
    Es ist ein Ereignis: Der Schauspieler Matthias Brandt setzt sich in
    seinem Bestseller erstmals intensiv und öffentlich mit seinen berühmten
    Eltern Rut und Willy Brandt auseinander. Was hat ihr widerständiges
    Leben uns gerade heute wieder zu sagen? Darüber diskutieren Maja Beckers
    und Alexander Cammann in der aktuellen Sachbuchfolge von »Was liest Du
    gerade?«. Die Brandts kämpften als Antifaschisten gegen den
    Nationalsozialismus – und wurden später von den Deutschen geliebt,
    verehrt und gehasst. Lange wollte ihr prominentes Kind aber seinen
    eigenen Weg gehen, nicht als ewiger Sohn des Kanzlers. Angesichts der
    Bedrohung für unsere Demokratie durch die AfD entdeckt Matthias Brandt
    in diesem schmalen Band jedoch die Aktualität seiner Eltern, die unter
    Lebensgefahr im Exil Mut bewiesen.

    Narzisstisch sind meistens ja immer nur die anderen. Seit ein paar
    Jahren ist die Diagnose populär, oft soll sie auch die Krise unserer
    Gesellschaft erklären – und vor Narzissmus-Warnungen kann man sich kaum
    retten. Aber Thomas Arnold und Thomas Fuchs sortieren jetzt in ihrem
    Buch »Das unersättliche Selbst« die verschiedenen Phänomene, analysieren
    Selfie-Kult und Social-Media-Sucht und zeigen, was Narzissmus mit
    mangelndem Selbstwertgefühl und Fluchtimpulsen zu tun hat. Entgeht man
    so dieser speziellen Ego-Falle?

    Viel zu wenig bekannt ist die 2003 verstorbene französische Autorin
    Monique Wittig, eine feministische Klassikerin, die seit 1976 in den USA
    lebte. Warum sie heute wieder lesenswert ist, erkennt man an ihrem
    originellen Essayband »Das straighte Denken«, der ihre wichtigsten Texte
    vorstellt: Sie will die Geschlechterkategorien Frau und Mann gleich ganz
    abschaffen und plädiert für ein lesbisches Leben, weil schon in der
    Heterosexualität die Unterdrückung lauert.

    Am Schluss wie immer die Geheimtipps unserer Hosts: Kia Vahlands Buch
    »Tizian und Venedig«, ein schönes Porträt des berühmten
    Renaissancemalers in seiner Lagunenstadt, und den von Julien Gupta
    herausgegebenen Band »Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen« mit
    klugen Essays prominenter Autoren zu einem Gefühl, das wir heute
    dringend brauchen.

    Das Team von Was liest Du gerade erreichen Sie unter [email protected]

    Literaturhinweise:

    - Thomas Arnold/Thomas Fuchs: Das unersättliche Selbst. Phänomenologie
    des Narzissmus, Suhrkamp, 200 Seiten, 28 Euro
    - Matthias Brandt: Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern
    und persönliche Verantwortung heute, Kiepenheuer & Witsch, 16 Euro,
    128 Seiten
    - Monique Wittig: Das straighte Denken, Merve, 144 Seiten, 15 Euro
    - Kia Vahland: Tizian und Venedig, Insel, 117 Seiten, 16 Euro
    - Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen,
    Oekom, 208 Seiten, 19 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Seethaler, Tolstoi und die Leistungsturnerinnen

    02/05/2026 | 53 min
    Im neuen Roman des Bestsellerautors Robert Seethaler wird das Leben
    einer gewöhnlichen Straße eingefangen. Welche Wünsche und Träume, welche
    Abgründe und welches Glück lauern hinter den Fassaden? Und wie wehren
    sich die Bewohner, als ein Immobilieninvestor sie zu verdrängen
    versucht? Seethaler vermag es auch in seinem Roman »Die Straße«
    meisterhaft, im Gewöhnlichen und Alltäglichen das Zauberhafte zu finden.

    Außerdem sprechen Iris Radisch und Adam Soboczynski in der neuen Folge
    des Literaturpodcasts »Was liest du gerade?« über ein grandioses
    Romandebüt: Die Schriftstellerin Son Lewandowski zeigt in »Die Routinen«
    das brutale Leben von jungen Leistungsturnerinnen, die brutalem
    Missbrauch, seelischen und körperlichen Qualen ausgesetzt sind.

    Unser Klassiker ist diesmal Leo Tolstois weltberühmte Erzählung »Der Tod
    des Iwan Iljitsch«. Hier geht es ans Eingemachte, nämlich um den Sinn
    des Lebens.

    Literaturangaben:

    - Robert Seethaler: »Die Straße«. Roman. Claassen Verlag, Berlin 2026.
    232 S., 25,– €.
    - Son Lewandowski. »Die Routinen«. Roman. Klett-Cotta Verlag,
    Stuttgart 2026. 272 Seiten, 25,– €.
    - Lew Tolstoi: »Der Tod des Iwan Iljitsch«. Erzählung. Reclam Verlag,
    Stuttgart 2022. 104 Seiten, 10,– €.

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  • Was liest du gerade?

    Kürthy, Passmann und die Bauchnabel-Literatur

    18/04/2026 | 1 h 4 min
    Momentan ist es der Nummer-1-Sachbuch-Bestseller: Alt genug von Ildikó
    von Kürthy, heftig kritisiert von Fernsehkritiker Denis Scheck – ebenso
    wie Sophie Passmanns Bestseller Wie kann sie nur? Grund genug für Maja
    Beckers und Alexander Cammann, in dieser Sachbuchfolge von Was liest du
    gerade? über beide Bücher zu sprechen, über die gerade alle diskutieren:
    Wie gut oder schlecht sind sie denn nun wirklich? Es geht um
    Selbstbespiegelung und Selbstzweifel, um Social-Media-Scrollen im Bett,
    um Geständnisbücher, Menopause vs. Midlife-Crisis, Erfolgsstrategien für
    Bestseller und die Frage, ob Männer sich endlich stärker selbst
    reflektieren sollten.
    Der Klassiker ist dieses Mal eines der erfolgreichsten Sachbücher in
    Deutschland aller Zeiten: Hape Kerkelings Ich bin dann mal weg wird nach
    20 Jahren neu aufgelegt, mit einem aktuellen Vorwort des Autors.
    Alexander Cammann und Maja Beckers sprechen darüber, wie dieses Buch das
    Land verändert hat.
    Am Schluss eine neue Rubrik bei Was liest Du gerade?: Unser Geheimtipp –
    Maja Beckers und Alexander Cammann bringen künftig jeweils einen
    besonderen Lesetipp mit, kurz und knackig präsentiert. Den Anfang machen
    Messalina. Intrigen, Macht und Origien im antiken Rom von Honor
    Cargill-Martin und Die Buchhandlung der Exilanten von Uwe Neumahr.

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter [email protected].
    Literaturhinweise:
    Ildikó von Kürthy: »Alt genug«, Ullstein, 272 Seiten, 22,99 Euro

    Sophie Passmann: »Wie kann sie nur?«, Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten,
    23 Euro

    Hape Kerkeling: »Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg«,
    Piper, 368 Seiten, 14 Euro

    Honor Cargill-Martin: »Messalina. Intrigen, Macht und Orgien im alten
    Rom. Die wahre Geschichte der Skandalkaiserin«, übersetzt von Michael
    Bischoff und Ulrike Bischoff, C.H. Beck, 459 Seiten, 34 Euro

    Uwe Neumahr: »Die Buchhandlung der Exilanten. Paris 1940, Zuflucht und
    Widerstand«, 320 Seiten, 26 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Siri Hustvedt erinnert an Paul Auster – und in "Die Riesinnen" betört der Schwarzwald

    04/04/2026 | 50 min
    Die Schriftstellerin Hannah Häffner hat mit "Die Riesinnen" einen
    modernen Heimatroman geschrieben. Warum ist er so erfolgreich? Ist es
    der Schwarzwald, der hier alle betört? Oder fasziniert uns das Schicksal
    von drei Frauen aus drei Generationen, die sich in einem Dorf gegen die
    Männerwelt behaupten müssen? Und: Suchen wir nicht im Moment alle nach
    einem schönen Rückzugsort in einer verrückt gewordenen Welt? Eines ist
    sicher: "Die Riesinnen" begeistern gerade viele Leserinnen, und Leser
    auch.

    Die Schriftstellerin Siri Hustvedt erinnert in "Ghost Stories" an ihr
    Leben mit dem Schriftsteller Paul Auster, der vor zwei Jahren nach
    schwerer Krankheit verstarb. Wie umgehen mit dem Verlust? Wie lebt
    jemand in einem weiter, der nicht mehr da ist? Wie erinnern wir uns
    später an die erste Liebe und an gemeinsames Leid?

    Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge Wolfgang Herrndorfs noch
    heute viel gelesener Roman "Tschick". 

    Literaturangaben: 

    - Hannah Häffner: Die Riesinnen. Roman. Penguin Verlag. 416 Seiten. 

    - Siri Hustvedt: Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung. Rowohlt Verlag.
    400 Seiten.

    - Wolfgang Herrndorf: Tschick. Roman. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 256
    Seiten. 

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  • Was liest du gerade?

    Wenn Taylor Swift Habermas liest

    21/03/2026 | 1 h 4 min
    Wie viel Literatur steckt in Taylors Lyrics? Die Harvard-Professorin
    Stephanie Burt hat sie untersucht und ein wunderbares Buch über Kunst
    und Leben bei Taylor Swift geschrieben: "Taylor‘s Version". Warum macht
    sie genau das Gegenteil von dem, was man Songschreibern rät, was hat sie
    mit Dichtern wie Horaz zu tun und wie hat sie quasi im Alleingang die
    Popkultur umgekrempelt? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen in
    dieser Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" darüber. Einer von
    beiden outet sich dabei als Swiftie-Swiftie, als Fan der Swifties.

    Außerdem streiten sie über das neue Buch des Philosophen Peter
    Sloterdijk. Der schaut sich Trump, Putin, Modi und die anderen 'starken
    Männer' unserer Gegenwart an und fragt sich in "Der Fürst und seine
    Erben": Wen nehmen sie sich zum Vorbild? Cäsar oder Napoleon? Und was
    wird hier gespielt? Sloterdijk sieht vor allem einen modernen
    Machiavelli am Werk, aus seiner Feder könnten die wilden Strategien
    stammen, mit denen diese Männer mächtig wurden. Eine fulminante Analyse,
    ein zukünftiger Klassiker oder zynisch-selbstverliebtes Geschwurbel?

    Ein originelles Schlaglicht auf unsere Gegenwart wirft der Philosoph C.
    Thi Nguyen mit seinem neuen Buch "Der Score". Ob Schrittzähler,
    Klickzahlen oder Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von
    Scores. Nguyen kann erklären, was Punktesysteme so attraktiv macht, wann
    sie helfen und wann und wie wir uns davon lösen sollten.

    Für das Gespräch über den Klassiker gibt es diesmal einen traurigen
    Anlass: Am vergangenen Samstag ist der Philosoph Jürgen Habermas im
    Alter von 96 Jahren verstorben. Maja Beckers und Alexander Cammann
    erzählen sich gegenseitig ihre liebsten Habermas-Thesen, die
    originellsten oder jene, die sie aufgeregt haben. Ein persönlicher Blick
    auf den großen Denker.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].
    Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.

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Acerca de Was liest du gerade?
Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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