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  • Was liest du gerade?

    Vier fantastische Sachbücher für den Sommer

    13/06/2026 | 1 h 2 min
    Warum ist das englische Königshaus mehr als bunter Boulevard, warum ist
    Armut in Großbritannien so unsichtbar und wie lebt es sich eigentlich
    auf einem Hausboot in London? Annette Dittert hat nach fast 20 Jahren
    als Korrespondentin bei der ARD gekündigt und ein Buch geschrieben, mit
    dem sie sich auf die Suche nach der Seele Großbritanniens begibt. Dear
    Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens wurde sofort zum
    Nummer-1-Bestseller und zur ersten Sachbuchempfehlung für den Sommer von
    Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge. Ein persönliches,
    unterhaltsames und selbst für Kenner noch lehrreiches Portrait dieses
    wunderbaren, bisweilen skurrilen Landes.

    Als Zweites empfehlen die beiden einen herausragenden
    Nature-Writing-Titel: Die dänische Journalistin Lea Koorsgaard hat sich
    vorgenommen, in einem Jahr alle Schmetterlingsarten Dänemarks zu sehen.
    Das Jahr der Schmetterlinge, eine Erkundung dieser zarten Tiere,
    Dänemarks und seiner Natur und eigentlich des Lebens an sich.

    Und falls Sie nach Paris fahren, jemals dort waren oder irgendwann
    hinwollen, sollte Ruth Zylbermans Rue Saint Maur 209 in ihren Koffer,
    eine außergewöhnliche und wunderbar geschriebene Recherche über die
    Bewohner eines Pariser Wohnhauses von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis
    heute. Einen besonderen Fokus legt Zylberman auf die Zeit des Zweiten
    Weltkrieges, in der jüdische Bewohner von hier aus deportiert wurden und
    zu der Nazi-Kollaborateure und Retter, die jüdische Kinder versteckten,
    hier unter einem Dach lebten.

    Der Klassiker, den man diesen Sommer wunderbar gut lesen kann, ist Die
    Alpen des berühmten Alpenforschers Werner Bätzing. Er hat sein extrem
    erfolgreiches Buch von 1984 komplett überarbeitet und mehrere Kapitel
    neu geschrieben, unter anderem das über die Zukunft der Alpen.
    Hochaktuell und unterhaltsam – nirgendwo lernt man mehr über Europas
    größtes Hochgebirge.

    Und zuletzt geben Maja Beckers und Alexander Cammann auch wieder eine
    persönliche Empfehlung: Das ist diesmal Shakespeares Schwestern. Wie
    Frauen die Renaissance schrieben von Ramie Targoff und Ein Sommer mit
    Goethe von Gustav Seibt. Auch diese beiden sind perfekter
    Ferienlesestoff.

    Literaturhinweise:

    Annette Dittert: Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele
    Großbritanniens, Dumont, 256 Seiten, 24 Euro

    Lea Koorsgaard: Das Jahr der Schmetterlinge, übersetzt von Kerstin
    Schöps, Ullstein, 336 Seiten, 22,99 Euro

    Ruth Zylberman: Rue Saint-Maur 209. Ein Pariser Wohnhaus und seine
    Geschichten, Schöffling, 480 Seiten, 21,99 Euro

    Werner Bätzing: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen
    Kulturlandschaft, C.H. Beck, 502 Seiten, 39,90

    Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe, C.H. Beck, 272 Seiten, 25 Euro

    Ramie Targoff: Shakespeares Schwestern. Wie Frauen die Renaissance
    schrieben, Insel, 431 Seiten, 28 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Die Liebe der Ingeborg Bachmann, der Protest von Michaela Kohlhaas

    30/05/2026 | 46 min
    In der berühmten Erzählung »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist
    wird der brave Pferdehändler aus Brandenburg zu einem gefürchteten
    Terroristen, der verzweifelt um sein Recht kämpft. Aber wer ist Michaela
    Kohlhaas? Sie ist die Heldin im aktuellen Roman der Leipziger
    Schriftstellerin Heike Geißler. Michaela Kohlhaas verlässt ihre
    bürgerliche Existenz, zieht mit einem Planwagen durch Deutschland und
    kämpft für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Wir diskutieren in unserem
    ZEIT-Bücherpodcast: Ist das eine gelungene Aktualisierung von Kleist?
    Oder etwas völlig anderes? Und was hat es mit dieser modernen
    Systemsprengerin auf sich?

    Am 25. Juni wäre Ingeborg Bachmann hundert Jahre alt geworden. Wir
    fragen uns: Warum lieben wir sie noch immer so sehr? Was hat sie uns zu
    sagen? Und wir sprechen über eine ihrer autobiografischen Erzählungen:
    »Drei Wege zum See«. Die Erzählung erschien ein Jahr vor ihrem Tod und
    enthält all ihre großen Lebensthemen. Wie lebt eine Frau in der
    Männergesellschaft? Wie schwer lastet die Vergangenheit auf uns? Warum
    fühlte Bachmann sich überall wie eine Fremde?

    Die italienische Schriftstellerin Fleur Jaeggy, heute 85 Jahre alt, war
    eine enge Freundin von Ingeborg Bachmann. In einem ergreifenden kleinen
    Erinnerungsbuch erzählt sie von den letzten Tagen ihrer Freundin. Und
    sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Bachmanns österreichische Familie und
    die deutschen Freundinnen. Wir diskutieren über Jaeggys These: Hätte
    Ingeborg Bachmann nach dem schweren Brandunfall 1973 in ihrer Wohnung in
    Rom noch gerettet werden können? Die Wucht dieses kleinen Buches zeigt –
    Bachmann lässt noch immer niemanden kalt. 

    Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturhinweise:

    - Heike Geißler. »Michaela Kohlhaas«. Suhrkamp Verlag. 253 Seiten,
    24,– Euro
    - Fleur Jaeggy. »Die letzten Tage von Ingeborg Bachmann«. Suhrkamp
    Verlag. 44 Seiten. 16,– Euro
    - Ingeborg Bachmann. »Drei Wege zum See«. In: »Simultan«. Piper
    Verlag. 224 Seiten. 11,– Euro

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  • Was liest du gerade?

    Was Matthias Brandt heute von seinen Eltern lernt

    16/05/2026 | 52 min
    Es ist ein Ereignis: Der Schauspieler Matthias Brandt setzt sich in
    seinem Bestseller erstmals intensiv und öffentlich mit seinen berühmten
    Eltern Rut und Willy Brandt auseinander. Was hat ihr widerständiges
    Leben uns gerade heute wieder zu sagen? Darüber diskutieren Maja Beckers
    und Alexander Cammann in der aktuellen Sachbuchfolge von »Was liest Du
    gerade?«. Die Brandts kämpften als Antifaschisten gegen den
    Nationalsozialismus – und wurden später von den Deutschen geliebt,
    verehrt und gehasst. Lange wollte ihr prominentes Kind aber seinen
    eigenen Weg gehen, nicht als ewiger Sohn des Kanzlers. Angesichts der
    Bedrohung für unsere Demokratie durch die AfD entdeckt Matthias Brandt
    in diesem schmalen Band jedoch die Aktualität seiner Eltern, die unter
    Lebensgefahr im Exil Mut bewiesen.

    Narzisstisch sind meistens ja immer nur die anderen. Seit ein paar
    Jahren ist die Diagnose populär, oft soll sie auch die Krise unserer
    Gesellschaft erklären – und vor Narzissmus-Warnungen kann man sich kaum
    retten. Aber Thomas Arnold und Thomas Fuchs sortieren jetzt in ihrem
    Buch »Das unersättliche Selbst« die verschiedenen Phänomene, analysieren
    Selfie-Kult und Social-Media-Sucht und zeigen, was Narzissmus mit
    mangelndem Selbstwertgefühl und Fluchtimpulsen zu tun hat. Entgeht man
    so dieser speziellen Ego-Falle?

    Viel zu wenig bekannt ist die 2003 verstorbene französische Autorin
    Monique Wittig, eine feministische Klassikerin, die seit 1976 in den USA
    lebte. Warum sie heute wieder lesenswert ist, erkennt man an ihrem
    originellen Essayband »Das straighte Denken«, der ihre wichtigsten Texte
    vorstellt: Sie will die Geschlechterkategorien Frau und Mann gleich ganz
    abschaffen und plädiert für ein lesbisches Leben, weil schon in der
    Heterosexualität die Unterdrückung lauert.

    Am Schluss wie immer die Geheimtipps unserer Hosts: Kia Vahlands Buch
    »Tizian und Venedig«, ein schönes Porträt des berühmten
    Renaissancemalers in seiner Lagunenstadt, und den von Julien Gupta
    herausgegebenen Band »Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen« mit
    klugen Essays prominenter Autoren zu einem Gefühl, das wir heute
    dringend brauchen.

    Das Team von Was liest Du gerade erreichen Sie unter buecher@zeit.de

    Literaturhinweise:

    - Thomas Arnold/Thomas Fuchs: Das unersättliche Selbst. Phänomenologie
    des Narzissmus, Suhrkamp, 200 Seiten, 28 Euro
    - Matthias Brandt: Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern
    und persönliche Verantwortung heute, Kiepenheuer & Witsch, 16 Euro,
    128 Seiten
    - Monique Wittig: Das straighte Denken, Merve, 144 Seiten, 15 Euro
    - Kia Vahland: Tizian und Venedig, Insel, 117 Seiten, 16 Euro
    - Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen,
    Oekom, 208 Seiten, 19 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Seethaler, Tolstoi und die Leistungsturnerinnen

    02/05/2026 | 53 min
    Im neuen Roman des Bestsellerautors Robert Seethaler wird das Leben
    einer gewöhnlichen Straße eingefangen. Welche Wünsche und Träume, welche
    Abgründe und welches Glück lauern hinter den Fassaden? Und wie wehren
    sich die Bewohner, als ein Immobilieninvestor sie zu verdrängen
    versucht? Seethaler vermag es auch in seinem Roman »Die Straße«
    meisterhaft, im Gewöhnlichen und Alltäglichen das Zauberhafte zu finden.

    Außerdem sprechen Iris Radisch und Adam Soboczynski in der neuen Folge
    des Literaturpodcasts »Was liest du gerade?« über ein grandioses
    Romandebüt: Die Schriftstellerin Son Lewandowski zeigt in »Die Routinen«
    das brutale Leben von jungen Leistungsturnerinnen, die brutalem
    Missbrauch, seelischen und körperlichen Qualen ausgesetzt sind.

    Unser Klassiker ist diesmal Leo Tolstois weltberühmte Erzählung »Der Tod
    des Iwan Iljitsch«. Hier geht es ans Eingemachte, nämlich um den Sinn
    des Lebens.

    Literaturangaben:

    - Robert Seethaler: »Die Straße«. Roman. Claassen Verlag, Berlin 2026.
    232 S., 25,– €.
    - Son Lewandowski. »Die Routinen«. Roman. Klett-Cotta Verlag,
    Stuttgart 2026. 272 Seiten, 25,– €.
    - Lew Tolstoi: »Der Tod des Iwan Iljitsch«. Erzählung. Reclam Verlag,
    Stuttgart 2022. 104 Seiten, 10,– €.

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  • Was liest du gerade?

    Kürthy, Passmann und die Bauchnabel-Literatur

    18/04/2026 | 1 h 4 min
    Momentan ist es der Nummer-1-Sachbuch-Bestseller: Alt genug von Ildikó
    von Kürthy, heftig kritisiert von Fernsehkritiker Denis Scheck – ebenso
    wie Sophie Passmanns Bestseller Wie kann sie nur? Grund genug für Maja
    Beckers und Alexander Cammann, in dieser Sachbuchfolge von Was liest du
    gerade? über beide Bücher zu sprechen, über die gerade alle diskutieren:
    Wie gut oder schlecht sind sie denn nun wirklich? Es geht um
    Selbstbespiegelung und Selbstzweifel, um Social-Media-Scrollen im Bett,
    um Geständnisbücher, Menopause vs. Midlife-Crisis, Erfolgsstrategien für
    Bestseller und die Frage, ob Männer sich endlich stärker selbst
    reflektieren sollten.
    Der Klassiker ist dieses Mal eines der erfolgreichsten Sachbücher in
    Deutschland aller Zeiten: Hape Kerkelings Ich bin dann mal weg wird nach
    20 Jahren neu aufgelegt, mit einem aktuellen Vorwort des Autors.
    Alexander Cammann und Maja Beckers sprechen darüber, wie dieses Buch das
    Land verändert hat.
    Am Schluss eine neue Rubrik bei Was liest Du gerade?: Unser Geheimtipp –
    Maja Beckers und Alexander Cammann bringen künftig jeweils einen
    besonderen Lesetipp mit, kurz und knackig präsentiert. Den Anfang machen
    Messalina. Intrigen, Macht und Origien im antiken Rom von Honor
    Cargill-Martin und Die Buchhandlung der Exilanten von Uwe Neumahr.

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    Literaturhinweise:
    Ildikó von Kürthy: »Alt genug«, Ullstein, 272 Seiten, 22,99 Euro

    Sophie Passmann: »Wie kann sie nur?«, Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten,
    23 Euro

    Hape Kerkeling: »Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg«,
    Piper, 368 Seiten, 14 Euro

    Honor Cargill-Martin: »Messalina. Intrigen, Macht und Orgien im alten
    Rom. Die wahre Geschichte der Skandalkaiserin«, übersetzt von Michael
    Bischoff und Ulrike Bischoff, C.H. Beck, 459 Seiten, 34 Euro

    Uwe Neumahr: »Die Buchhandlung der Exilanten. Paris 1940, Zuflucht und
    Widerstand«, 320 Seiten, 26 Euro

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Acerca de Was liest du gerade?
Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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