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Was liest du gerade?

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Was liest du gerade?
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  • Was liest du gerade?

    Heinz Strunk und die Ehekrise

    25/07/2026 | 42 min
    Eine Beziehung am Ende ihrer Laufzeit und eine gemeinsame Reise nach
    Heidelberg. Auf den ersten Blick: keine gute Kombination. Der
    Schriftsteller, Musiker, Moderator und Songwriter Heinz Strunk
    porträtiert in seinem neuen Roman Memories of Heidelberg ein Paar
    mittleren Alters mit großem Sinn für die Komik und Tragik des Lebens.
    Wieso gehen Bertram und Isolde jeden Abend in dasselbe Restaurantschiff
    auf dem Neckar? Warum werden sie dort so mies behandelt? Schweißt sie
    der Schrecken, den sie dort erleben, wieder zusammen? In jedem Fall: ein
    herrlicher, burlesker Sommerroman.

    Michael Köhlmeier erzählt zum ersten Mal ausführlich über seine Kindheit
    und Jugend. Sein großer Roman Mein privates Glück, der im August
    erscheinen wird, handelt vom Aufwachsen in Coburg. Der kleine Junge lebt
    hier mit seiner Schwester bei der Großmutter, da seine Mutter schwer
    erkrankt war. Köhlmeier gelingt es meisterhaft, seine individuelle
    Geschichte mit der trauma- und schuldbehafteten Nachkriegszeit zu
    verbinden.

    In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit der kleinen, aber sehr
    spannungsreichen Erzählung Das dicke Kind von Marie Luise Kaschnitz.
    Auch hier wird persönliche Erfahrung in Literatur verwandelt.

    Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
    zwei neue Romane, die nicht in den großen Metropolen Deutschlands
    spielen – sondern in Heidelberg und Coburg. 

    Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturangaben:

    - Heinz Strunk: Memories of Heidelberg. Roman. Rowohlt Verlag,
    Hamburg 2026. 176 Seiten, 23,00 EUR
    - Michael Köhlmeier: Mein privates Glück. Roman. Hanser Verlag,
    München 2026. 320 Seiten, 26,80 EUR. Erscheint am 18.08.2026
    - Marie Luise Kaschnitz: Das dicke Kind und andere Erzählungen.
    Suhrkamp Verlag, Berlin 2002. 250 Seiten, 11,40 EUR.

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  • Was liest du gerade?

    Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus?

    11/07/2026 | 1 h 5 min
    Er ist der umstrittenste Komponist überhaupt – Richard Wagner, glühend
    verehrt und heftig verabscheut. Und er hat eine braune Weste, obwohl die
    Nazis erst 50 Jahre nach seinem Tod an die Macht kamen: Hitlers
    Lieblingskomponist war er, und der »Führer« förderte die Bayreuther
    Festspiele kräftig. Die feiern in diesem Sommer ihren 150. Geburtstag
    mit Prominenz und Fans – und in der neuen Sachbuchfolge von »Was liest
    du gerade?« diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann das kritische
    Buch des Musikwissenschaftlers Anno Mungen über den Wagner-Kult in
    Deutschland 1933 bis 1945. Wie hat das NS-Regime Wagners Opern genutzt –
    und kann man ihn heute mit diesem Wissen noch unbefangen hören?

    Sommerzeit ist Reisezeit: Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist die
    große Reisende unter den heutigen Erzählern. In dem schmalen Band
    »Reisen« erklärt sie, wie sie seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs
    ist, obwohl sie eigentlich immer eine Stubenhockerin war. Wir erfahren,
    wie sie die Welt auf einem Containerschiff umrundet hat und warum die
    Erfahrungen beim Reisen wichtiger sind als das, was man dabei lernt. Ein
    Buch für unterwegs, mit dem man aber auch perfekt zu Hause bleiben kann.

    Dort befindet sich wahrscheinlich auch der perfekte Ort zum Lesen oder
    Podcasthören, um den diesmal unser Klassiker kreist: die Couchecke. Über
    dieses besondere Interiorstück, seine Entstehung und gesellschaftliche
    Bedeutung hat der Kunsthistoriker Martin Warnke 1979 einen klugen und
    amüsanten Essay geschrieben. Maja Beckers und Alexander Cammann fragen
    sich, ob man heute immer noch eine Couchecke in seinem Wohnzimmer haben
    muss.

    Als Geheimtipp haben sie diesmal ein Buch über Palmen und die deutsche
    Künstlerkolonie Olevano bei Rom mitgebracht.

    Kommen Sie gut durch den Sommer – natürlich mit guten Sachbüchern!

     

    Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de.

    Literaturhinweise:

    - Anno Mungen: »Von Bayreuth nach Auschwitz«, Westend, 381 Seiten, 32
    Euro
    - Felicitas Hoppe: »Reisen«, Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 Euro
    - Martin Warnke: »Zur Situation der Couchecke«, in: »Warburgs
    Schnecke«. Kulturwissenschaftliche Skizzen, Wallstein, S. 96–106
    - Jutta Person: »Palmen«, Matthes & Seitz, 152 Seiten, 22 Euro
    - Golo Maurer: »Olevano. Als ein paar romantische Aussteiger in
    Italien die deutsche Kunst erfanden«, C. H. Beck, 384 Seiten, 29,90
    Euro

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  • Was liest du gerade?

    Liebe in Zeiten des Krieges

    27/06/2026 | 47 min
    Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
    zwei ganz neue Romane, die beide viel über die Liebe in unserer
    Gegenwart erzählen – Alles Liebe von Ronja von Rönne und Trost von
    Angelika Klüssendorf.

    Ronja von Rönne erzählt von Menschen, die über ihren ganz persönlichen
    Abgrund balancieren, schwere Krebserkrankungen ihrer nächsten Freunde
    und Verwandten aushalten müssen und darüber aus der Bahn kippen. Oder
    plötzlich feststellen, dass sie einander nicht mehr lieben, als gerade
    ein Kind unterwegs ist. Obwohl es sich auf den ersten Blick um
    Erzählungen handelt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben,
    ergibt sich am Schluss ein interessanter Zusammenhang. Die Erzählerin
    aus der ersten Geschichte taucht in der letzten Geschichte als
    Lokalreporterin wieder auf und verbindet alles. Wir fragen uns, geht
    diese ungewöhnliche Konstruktion auf? Und passt der schwarze Humor der
    Autorin zu dem schicksalsschweren Thema?

    Angelika Klüssendorfs Roman Trost spielt 2022, dem ersten Jahr des
    russischen Angriffskriegs, in Berlin und im Berliner Umland. Es sind
    düstere und schicksalsschwere Tage, die man an der Seite einer
    weitverzweigten Patchworkfamilie durchlebt. Leider verschwindet die
    Hauptheldin schon nach wenigen Seiten nach einem Wespenstich auf einer
    Intensivstation und der Rest ihrer bunt zusammengewürfelten Familie
    kreist um diese schmerzende Leerstelle wie um eine untergegangene Sonne.
    Wir diskutieren: Ist dies ein eindrückliches, großes
    Gesellschaftspanorama aus dem ersten Berliner Kriegsjahr? Oder eher ein
    heiter-makabres Nebenwerk einer bedeutenden Autorin?

    Unser Klassiker ist einer der berühmtesten Kurzromane der Weltliteratur:
    Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer. Die tragischen Tage
    alleine auf hoher See, die hier erzählt werden, erinnern an das
    besondere Verhältnis des Menschen zu allen Meeresbewohnern. Ein alter
    Fischer, der ewig nichts gefangen hat, will es noch einmal wissen und
    fährt weit hinaus. Der große Fisch, den er dann an der Angel hat,
    liefert sich mit dem Alten einen erbitterten Zweikampf – aus dem fast
    eine ergreifende Liebesgeschichte wird. Eine eiskalte Empfehlung für den
    Strandkorb!

    Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de

    Literaturhinweise:

    Ronja von Rönne: Alles Liebe, dtv, 240 Seiten, 23 Euro (erscheint am 2.
    Juli)

    Angelika Klüssendorf: Trost, 208 Seiten, 24 Euro (erscheint am 3. Juli)

    Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer, diverse
    Taschenbuchausgaben

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  • Was liest du gerade?

    Mit Annette Dittert durch den Sommer

    13/06/2026 | 1 h 2 min
    Warum ist das englische Königshaus mehr als bunter Boulevard, warum ist
    Armut in Großbritannien so unsichtbar und wie lebt es sich eigentlich
    auf einem Hausboot in London? Annette Dittert hat nach fast 20 Jahren
    als Korrespondentin bei der ARD gekündigt und ein Buch geschrieben, mit
    dem sie sich auf die Suche nach der Seele Großbritanniens begibt. Dear
    Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens wurde sofort zum
    Nummer-1-Bestseller und zur ersten Sachbuchempfehlung für den Sommer von
    Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge. Ein persönliches,
    unterhaltsames und selbst für Kenner noch lehrreiches Portrait dieses
    wunderbaren, bisweilen skurrilen Landes.

    Als Zweites empfehlen die beiden einen herausragenden
    Nature-Writing-Titel: Die dänische Journalistin Lea Koorsgaard hat sich
    vorgenommen, in einem Jahr alle Schmetterlingsarten Dänemarks zu sehen.
    Das Jahr der Schmetterlinge, eine Erkundung dieser zarten Tiere,
    Dänemarks und seiner Natur und eigentlich des Lebens an sich.

    Und falls Sie nach Paris fahren, jemals dort waren oder irgendwann
    hinwollen, sollte Ruth Zylbermans Rue Saint Maur 209 in ihren Koffer,
    eine außergewöhnliche und wunderbar geschriebene Recherche über die
    Bewohner eines Pariser Wohnhauses von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis
    heute. Einen besonderen Fokus legt Zylberman auf die Zeit des Zweiten
    Weltkrieges, in der jüdische Bewohner von hier aus deportiert wurden und
    zu der Nazi-Kollaborateure und Retter, die jüdische Kinder versteckten,
    hier unter einem Dach lebten.

    Der Klassiker, den man diesen Sommer wunderbar gut lesen kann, ist Die
    Alpen des berühmten Alpenforschers Werner Bätzing. Er hat sein extrem
    erfolgreiches Buch von 1984 komplett überarbeitet und mehrere Kapitel
    neu geschrieben, unter anderem das über die Zukunft der Alpen.
    Hochaktuell und unterhaltsam – nirgendwo lernt man mehr über Europas
    größtes Hochgebirge.

    Und zuletzt geben Maja Beckers und Alexander Cammann auch wieder eine
    persönliche Empfehlung: Das ist diesmal Shakespeares Schwestern. Wie
    Frauen die Renaissance schrieben von Ramie Targoff und Ein Sommer mit
    Goethe von Gustav Seibt. Auch diese beiden sind perfekter
    Ferienlesestoff.

    Literaturhinweise:

    Annette Dittert: Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele
    Großbritanniens, Dumont, 256 Seiten, 24 Euro

    Lea Koorsgaard: Das Jahr der Schmetterlinge, übersetzt von Kerstin
    Schöps, Ullstein, 336 Seiten, 22,99 Euro

    Ruth Zylberman: Rue Saint-Maur 209. Ein Pariser Wohnhaus und seine
    Geschichten, Schöffling, 480 Seiten, 21,99 Euro

    Werner Bätzing: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen
    Kulturlandschaft, C.H. Beck, 502 Seiten, 39,90

    Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe, C.H. Beck, 272 Seiten, 25 Euro

    Ramie Targoff: Shakespeares Schwestern. Wie Frauen die Renaissance
    schrieben, Insel, 431 Seiten, 28 Euro

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  • Was liest du gerade?

    100 Jahre Ingeborg Bachmann: Vom Leben einer Frau in der Männergesellschaft

    30/05/2026 | 46 min
    In der berühmten Erzählung »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist
    wird der brave Pferdehändler aus Brandenburg zu einem gefürchteten
    Terroristen, der verzweifelt um sein Recht kämpft. Aber wer ist Michaela
    Kohlhaas? Sie ist die Heldin im aktuellen Roman der Leipziger
    Schriftstellerin Heike Geißler. Michaela Kohlhaas verlässt ihre
    bürgerliche Existenz, zieht mit einem Planwagen durch Deutschland und
    kämpft für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Wir diskutieren in unserem
    ZEIT-Bücherpodcast: Ist das eine gelungene Aktualisierung von Kleist?
    Oder etwas völlig anderes? Und was hat es mit dieser modernen
    Systemsprengerin auf sich?

    Am 25. Juni wäre Ingeborg Bachmann hundert Jahre alt geworden. Wir
    fragen uns: Warum lieben wir sie noch immer so sehr? Was hat sie uns zu
    sagen? Und wir sprechen über eine ihrer autobiografischen Erzählungen:
    »Drei Wege zum See«. Die Erzählung erschien ein Jahr vor ihrem Tod und
    enthält all ihre großen Lebensthemen. Wie lebt eine Frau in der
    Männergesellschaft? Wie schwer lastet die Vergangenheit auf uns? Warum
    fühlte Bachmann sich überall wie eine Fremde?

    Die italienische Schriftstellerin Fleur Jaeggy, heute 85 Jahre alt, war
    eine enge Freundin von Ingeborg Bachmann. In einem ergreifenden kleinen
    Erinnerungsbuch erzählt sie von den letzten Tagen ihrer Freundin. Und
    sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Bachmanns österreichische Familie und
    die deutschen Freundinnen. Wir diskutieren über Jaeggys These: Hätte
    Ingeborg Bachmann nach dem schweren Brandunfall 1973 in ihrer Wohnung in
    Rom noch gerettet werden können? Die Wucht dieses kleinen Buches zeigt –
    Bachmann lässt noch immer niemanden kalt. 

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    Literaturhinweise:

    - Heike Geißler. »Michaela Kohlhaas«. Suhrkamp Verlag. 253 Seiten,
    24,– Euro
    - Fleur Jaeggy. »Die letzten Tage von Ingeborg Bachmann«. Suhrkamp
    Verlag. 44 Seiten. 16,– Euro
    - Ingeborg Bachmann. »Drei Wege zum See«. In: »Simultan«. Piper
    Verlag. 224 Seiten. 11,– Euro

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Acerca de Was liest du gerade?
Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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