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    Wiederholt sich Geschichte, Ute Frevert?

    08/04/2026 | 1 h 20 min
    Früher hieß es: Roboter nehmen uns die Jobs weg, der Wald stirbt. Und heute? KI nimmt uns die Jobs weg, der Klimawandel bedroht uns. Drehen wir uns im Kreis? 

    Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.

     

    Roboter nehmen uns die Jobs weg, der Wald stirbt – das sagten die Menschen in den Achtzigerjahren. Heute heißt es: KI nimmt uns die Jobs weg, das Klima kippt. Dazu kommen Brexit, Maga, AfD – überall der Wunsch, zu alten Zeiten zurückzukehren. Und ein Krieg in Europa, den kaum jemand für möglich gehalten hätte. Wer die Nachrichten verfolgt, denkt unwillkürlich: Hatten wir das nicht alles schon einmal? Sorge vor neuer Technik, Angst vor Umweltzerstörung, Überdruss an der Demokratie – drehen wir uns im Kreis?

     

    Wir wollen in der neuen Folge von Nur eine Frage von Historikerin Ute Frevert wissen: Wiederholt sich Geschichte? Ute Frevert ist eine der prägendsten Historikerinnen Deutschlands. Sie war Direktorin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und hat dort den Forschungsbereich "Geschichte der Gefühle" aufgebaut und geleitet. Frevert lehrte auch in Bielefeld sowie Yale und ist Trägerin des Leibniz-Preises.

     

    Im Gespräch geht es um die großen Muster der Geschichte – und ihre Grenzen: So glaubte der erste Geschichtsschreiber Thukydides an die ewige Wiederkehr der Geschichte. Für Thukydides, sagt Frevert, war Geschichte im Grunde eine Anleitung: Wer die Muster der Vergangenheit kennt, kann klüger handeln. Diese Ansicht hielt sich jahrhundertelang. Doch sie täuscht, betont die Historikerin. Zwar gebe es wiedererkennbare Muster – in der Angst vor neuer Technologie, im Aufstieg und Fall von Imperien, in der Sehnsucht nach starken Führern. Doch mindestens genauso prägend seien die Überraschungen, die Zufälle, das Nichtableitbare. "Wenn man genau hinschaut, sieht man mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten", sagt Frevert. So spiele der Zufall in der Geschichte eine sehr große Rolle. Frevert nennt die Französische Revolution oder den Fall der Berliner Mauer als Beispiele für solche überraschenden und alles verändernden Wendungen. "Geschichte lässt sich nicht einsortieren. Sie überrascht uns immer wieder – und genau das macht sie so faszinierend und so wichtig."

     

    Weiterhin analysiert Frevert im Gespräch, wie und warum Politiker wie Putin, Xi Jinping und Donald Trump dennoch suggerieren, dass Geschichte sich in großen Bögen abspiele. Sie geht auch darauf ein, inwieweit historische Vergleiche wie USA und Römisches Reich, Bundesrepublik und Weimarer Republik zulässig oder irreführend sind. Und weshalb Gefühle Geschichte nicht nur begleiten, sondern sie verändern können.

     

    Produktion: ifbbw

     

    Redaktion: Jens Lubbadeh, Carl Friedrichs

     

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    Will our children still need a driver's license, Dmitri Dolgov?

    25/03/2026 | 48 min
    In San Francisco kann man die Zukunft sehen: Hier rollen selbstfahrende Autos durch die Straßen. Waymo-Chef Dmitri Dolgov erklärt, wie es zu dieser Revolution kam.

    Im Podcast "Nur eine Frage" stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, auf die eine klare Antwort schwer zu finden ist. Er befragt die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – und versucht, eine klare Antwort zu bekommen.

    "Die ausgereifteste Verkörperung von künstlicher Intelligenz in der physischen Welt" nennt Dmitri Dolgov die selbstfahrenden Autos, die seine Firma betreibt. Der russisch-amerikanische Mathematiker und Physiker gehörte 2009 zu den Gründern von Googles geheimem Programm für selbstfahrende Autos. Heute ist Dolgov Co-Chef von Waymo, einem Schwesterunternehmen von Google. 

    In dieser Folge des ZEIT-Podcasts Nur eine Frage sprechen ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner und Silicon-Valley-Korrespondent Nicolas Killian mit Dolgov über die Frage, ob wir in Zukunft noch selbst Auto fahren müssen. 

    In San Francisco und in neun weiteren amerikanischen Städten gehören die selbstfahrenden Waymo-Autos mit ihren auffälligen Sensoren längst zum Stadtbild. Man bestellt sie per App, und sie bringen einen nahezu überallhin. Fast zwei Millionen Fahrten absolvieren die Roboterautos jeden Monat. Waymo hat damit weitgehend den lang gehegten Traum vom selbstfahrenden Auto verwirklicht. Im Podcast erklärt Dolgov, wie autonome Fahrzeuge in den vergangenen 15 Jahren von ersten Prototypen zu alltagstauglichen Transportmitteln geworden sind.

    Das Unternehmen expandiert in immer mehr Städte. Auch in Deutschland bereitet Waymo den Markteintritt vor und hat bereits eine Lobbyistin eingestellt. "Wir werden definitiv nach Berlin kommen", sagt Dolgov. Einen genauen Zeitplan will er nicht nennen, aber zur Ausgangsfrage, ob man in 15 Jahren in Berlin noch einen Führerschein braucht, sagt er: "Selbstfahrende Fahrzeuge werden überall sein."

    Produktion: ifbbw, Pool Artists
    Redaktion: Lisa Hegemann, Jakob von Lindern

    Hinweis: Die Untertitel im Video wurden mithilfe von KI-Tools erstellt.

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    Is life just a coincidence, Jack Szostak?

    11/03/2026 | 45 min
    Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  

    Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo Darwinsche Evolution einsetzt: sobald ein System sich selbst vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca genannt (Last Universal Common Ancestor) – muss eine einfache Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. 

    Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens unvermeidlich und unwahrscheinlich zugleich war: eine Kette physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."

    Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.

    Produktion: Pool Artists
    Redaktion: Jens Lubbadeh

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    Ist das Leben ein Zufall, Jack Szostak? (deutsche KI-Übersetzung)

    11/03/2026 | 47 min
    Blausäure, sagt Jack Szostak, sei "ein großartiger Weg, um Leben in Gang zu bringen". Der Satz klingt wie ein Paradox, stammt aber von einem der klügsten Köpfe der Biochemie: Jack Szostak erhielt 2009 den Nobelpreis für Medizin für die Erforschung der Telomere, der Schutzkappen der Chromosomen. Seit vielen Jahren untersucht er, wie vor vier Milliarden Jahren auf der noch jungen, unbelebten Erde das Leben entstand.  

    Eine schwierige Aufgabe, denn von den Anfängen des Lebens auf der Erde gibt es keine erhaltenen Fossilien. Und zudem ist es schon schwierig, zu definieren, was Leben eigentlich ist. Für Szostak beginnt es dort, wo Darwinsche Evolution einsetzt: sobald ein System sich selbst vervielfältigt, dabei Fehler macht und eine Selektion beginnt. Weiteres Kriterium: Alles irdische Leben auf Erden basiert auf Zellen. Der gemeinsame Vorfahre allen heutigen Lebens – unter Forschern auch Luca genannt (Last Universal Common Ancestor) – muss eine einfache Protozelle gewesen sein, bestehend aus einer primitiven Zellmembran und wahrscheinlich sehr kleinen Stückchen genetischer Information. Jack Szostak glaubt, dass dieser Informationsträger wahrscheinlich aus RNA bestand. Der Grund: RNA-Moleküle können sich selbst kopieren. Umhüllt von einer primitiven Membran, die sich schon aus einfachen Fettsäuren in Wasser selbst bildet, entsteht ein System, das sich selbst erhält. Das ist der Moment, in dem Chemie zu Biologie wird. 

    Im Gespräch erzählt Szostak, dass die Entstehung des Lebens unvermeidlich und unwahrscheinlich zugleich war: eine Kette physikalisch-chemischer Prozesse, die sich logisch erklären lässt und doch im Rückblick wie ein kosmischer Zufall wirkt. Ob es auch anderswo im Universum Leben gibt? "Vielleicht ist das Leben häufig. Vielleicht sind wir allein", sagt Szostak. "Ich weiß es nicht – und ich bin sehr zufrieden damit, das zuzugeben." Und wenn wir außerirdisches Leben fänden? "Das würde das Bild völlig verändern. Das würde uns sagen: Es ist kein unglaublich seltener und schwieriger Prozess."

    Doch der Forscher warnt auch: Das Wissen um den Ursprung des Lebens eröffnet gefährliche Möglichkeiten. Würde man ein "Spiegelbild-Bakterium erschaffen – eine exakte, aber molekular invertierte Kopie –, wäre es immun gegen alle bekannten Viren und möglicherweise auch gegen das menschliche Immunsystem. "Das wäre potenziell schlimmer als ein Atomkrieg", sagt Szostak. Und dennoch überwiegt in seinem Denken die Neugier, nicht die Angst. Vielleicht, so hofft er, wird künstliche Intelligenz eines Tages helfen, die letzten fehlenden Glieder der Kette zu finden – oder sogar neues Leben zu simulieren.

    Produktion: ifbbw, Pool Artists
    Redaktion: Jens Lubbadeh

    Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an [email protected]. Alle N1F-Folgen finden Sie unter www.zeit.de/n1f. Dort können Sie auch den N1F-Newsletter abonnieren.
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    Ist die Welt verrückt, Peter Zoller?

    25/02/2026 | 1 h 6 min
    Im ZEIT-Podcast "Nur eine Frage" stellen wir einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können – so lange, bis wir eine definitive Antwort bekommen.

    In dieser Folge fragen wir den theoretischen Physiker Peter Zoller: Ist die Welt verrückt? Teilchen, die mal Welle, mal Teilchen sind – je nachdem, ob man hinschaut. Verschränkte Objekte, die über Galaxien hinweg instantan verbunden scheinen. Zufall, der nicht auf Unwissen beruht, sondern fundamental in der Natur steckt. 100 Jahre nach ihrer Begründung erscheint die Quantenmechanik noch immer absurd. Werden wir sie jemals verstehen?

    Peter Zoller ist Professor für Theoretische Physik an der Universität Innsbruck und Emeritus Research Director am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1995 lieferte er gemeinsam mit Ignacio Cirac einen Bauplan für einen Quantencomputer – das Ionenfallenmodell –, das heute zu den führenden Technologien auf diesem Gebiet gehört.

    Im Podcast erklärt Zoller die Grundpfeiler der Quantenmechanik: warum das berühmte Doppelspaltexperiment unser Weltbild erschüttert, was Einsteins "spukhafte Fernwirkung" wirklich bedeutet und weshalb die Experimente von Alain Aspect, John Clauser und Anton Zeilinger – ausgezeichnet mit dem Nobelpreis 2022 – Einstein am Ende widerlegten. Er erläutert, warum Schrödingers Katze im Alltag nie gleichzeitig tot und lebendig sein kann und warum der Zufall in der Natur nicht auf Unwissenheit beruht, sondern echt und fundamental ist.

    Zoller gibt aber auch Einblicke in die Praxis: Wie fängt man einzelne Atome in einer Falle? Warum sind Atome perfekte Qubits – ganz ohne Fabrikationsfehler? Und warum braucht es noch 10 bis 20 Jahre, bis Quantencomputer weltverändernde Anwendungen ermöglichen? Dabei zieht er Parallelen zur künstlichen Intelligenz, deren Grundideen ebenfalls Jahrzehnte brauchten, bevor die Hardware ihren Durchbruch erlaubte.

    "Unter der Woche sind wir Quanteningenieure", sagt Zoller. "Aber am Sonntagmorgen beim Kaffee denke ich schon nach: Was ist hier eigentlich passiert?"

    Seine Antwort auf die Titelfrage: "Nicht die Welt ist verrückt – wir denken zu kleinkariert. Die Natur ist viel komplexer und offener, als unser Denken es zulässt. Die Einschränkung liegt bei uns, nicht bei der Welt."

    Produktion: ifbbw, Pool Artists

    Redaktion: Jens Lubbadeh

    Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier.

    Fragen, Kritik, Anregungen? Schreiben Sie eine Mail an [email protected].

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Acerca de Nur eine Frage

„Können Maschinen denken?“, „Ist Demokratie die beste Staatsform?“, „Ist Armut erblich?“. Oder: „Existiere ich wirklich?“ Das sind einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, und auf die eine klare Antwort oft schwer zu finden ist. In dem Podcast „Nur eine Frage“ stellen wir diese vermeintlich simplen „Kinderfragen“ – der bestmöglichen Expertin, dem bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden konnten. Wir haken so lange nach, bis wir eine definitive Antwort bekommen, am besten in Form eines klaren „Ja“ oder „Nein“.
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